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Buchstabe E
UBS Bankfachwörterbuch 
E
Bei Zahlenangaben: Hinweis auf geschätzten Wert (Estimate). Zum Beispiel bedeutet «KGV 2006E», dass sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf den geschätzten (zum Zeitpunkt der Aussage noch nicht veröffentlichten) Unternehmensgewinn für das Geschäftsjahr 2006 bezieht.
Eagle / Eagle / Eagle / Eagle
Von den USA geprägtes 10-Dollar-Goldstück mit einem Adler als Münzbild. Siehe auch Double Eagle.
Earnings per Share / bénéfice par action / earnings per share / earnings per share
Auch: Gewinn je Aktie. Abk.: EPS. Kennzahl für den Reingewinn pro dividendenberechtigte oder ausgegebene Aktie.
EBIT / EBIT / EBIT / EBIT
Auch: Gewinn vor Zinsen und Steuern. Abk. für Earnings before Interest and Taxes. Fundamentale Ertragskennzahl eines Unternehmens, die sich aus dem Jahresüberschuss vor Steuern, Zinsaufwand und ausserordentlichem Ergebnis berechnet.
EBITDA / EBITDA / EBITDA / EBITDA
Auch: Reingewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Abk. für Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortization. Absolute Ertragskennzahl eines Unternehmens, die sich aus dem Jahresüberschuss vor Steuern, Zinsaufwand und Abschreibungen des Unternehmens zusammensetzt.
Ecart / écart / scarto / spread
Auch: Marge. Kursunterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs bzw. zwischen Geld- und Briefkurs von Wertpapieren, Banknoten usw. Ebenso wird der Kursunterschied zwischen Inhaber- und Namenaktien einer Gesellschaft oder die unterschiedliche Verzinsung von Obligationen als Ecart bezeichnet.
Effektenbörse / Bourse des valeurs mobilières / borsa valori / stock exchange
Auch: Wertpapierbörse. Börse, an der regelmässig Effekten gehandelt werden.
Effektenfonds / fonds de placement en valeurs mobilières / fondo d'investimento in valori mobiliari / securities fund
Anlagefonds mit Wertpapieren und Wertrechten, die an einer Börse oder an einem anderen geregelten, dem Publikum offen stehenden Markt gehandelt werden.
Effektengiroverkehr / clearing de titres / bancogiro di titoli / securities clearing system
System der Rationalisierung des Wertschriftenhandels, indem die Titel nicht mehr von Bank zu Bank geliefert, sondern über eine Girozentrale buchmässig verrechnet werden. Siehe auch SIS SegaIntersettle, Clearstream, Euroclear.
Effektenhändler / négociant en valeurs mobilières / commerciante di valori mobiliari / securities trader
Person oder Gesellschaft, die gewerbsmässig an der Börse
Effekten an- und verkauft. Steuerrechtlich gehören auch die Emittenten der jeweiligen Titel zu den Effektenhändlern. Siehe auch Börsenmakler.
Eidgenössische Bankenkommission / Commission fédérale des banques / Commissione federale delle banche / Federal Banking Commission
Abk.: EBK. Kurzform: Bankenkommission. Vom Bundesrat gewählte, von der eidgenössischen Verwaltung und der Schweizerischen Nationalbank unabhängige Aufsichts- und Vollzugsinstanz des Banken- und des Anlagefondsgesetzes.
eigene Mittel / fonds propres / mezzi propri / equity; capital base
Auch: Eigenmittel.
(1) Im weiteren Sinne Synonym von Eigenkapital.
(2) Die eigenen Mittel der Banken umfassen gemäss Art. 11 der Verordnung zum Bankengesetz das Kernkapital (Tier 1, bestehend aus einbezahltem Kapital, offenen Reserven und Gewinnvortrag) sowie das zu einem bestimmten Teil angerechnete ergänzende Kapital (stille Reserven und nachrangige Anleihen). Sie müssen mindestens die von der Verordnung zum Bankengesetz vorgeschriebene Höhe erreichen, gehen aber in der Regel darüber hinaus. Die eigenen Mittel sind ein wichtiges Kriterium für die Solidität einer Bank.
(3) Kreditwesen: Mittel, die ein Antragsteller meistens aufweisen muss (eine Ausnahme ist das Leasing), um den Kredit zu erhalten.
Eigenfinanzierung / autofinancement / autofinanziamento / equity financing
Bereitstellung von Eigenkapital eines Unternehmens, z.B. bei einer Aktiengesellschaft durch Ausgabe von Aktien und Partizipationsscheinen oder bei einer Genossenschaft durch Ausgabe von Anteilscheinen. Auch die Selbstfinanzierung durch Zurückbehalten von Gewinnen gehört zur Eigenfinanzierung. Gegenteil: Fremdfinanzierung.
Eigenfinanzierungsgrad / coefficient d'autofinancement / grado di autofinanziamento / equity ratio
Anteil der eigenen Mittel eines Unternehmens an dessen Gesamtkapital. Siehe auch Eigenfinanzierung.
Eigenkapital / capitaux propres / capitale proprio / equity capital
Reinvermögen eines Unternehmens, berechnet als Überschuss der Aktiven über die Schuldverpflichtungen. Gegenteil: Fremdkapital. Siehe auch eigene Mittel.
Eigenkapitalquote / quote-part des fonds propres / quota di capitale proprio / equity ratio
Fundamentale Kennzahl, die sich aus dem prozentualen Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme eines Unternehmens berechnet.
Eigenkapitalrendite / rendement des capitaux propres / redditività del capitale proprio / return on equity
Auch: Eigenkapitalrentabilität, Eigenmittelrendite. Verhältnis des während einer bestimmten Periode erwirtschafteten Reingewinns zum Eigenkapital.
Eigenmittelanforderungen / exigences en matière de fonds propres / esigenze in materia di fondi propri / capital adequacy requirements
Detaillierte Vorschriften des Bankengesetzes und von dessen Verordnung zur Unterlegung der Aktiven, Ausserbilanzgeschäfte und offenen Positionen einer Bank durch eigene Mittel. Für jede Position ist dabei nach zugeordnetem Risiko ein Unterlegungssatz zwischen 0% und 100% festgelegt.
Eigentümerschuldbrief / cédule hypothécaire en faveur du propriétaire / cartella ipotecaria a nome del proprietario / mortgage note in the name of the owner
Schuldbrief, bei dem Gläubiger und Schuldner die gleiche Person sind. Ein Eigentümerschuldbrief entsteht z.B. bei Rückzahlung einer Hypothek, wenn der Schuldbrief auf den bisherigen Schuldner übertragen und ihm übergeben wird.
Eigenwechsel / billet à ordre / pagherò / promissory note
Auch: Solawechsel. Wechsel, der vom Schuldner selbst ausgestellt ist und ein dem Wechselrecht unterstelltes Zahlungsversprechen gegenüber dem Wechselnehmer beinhaltet.
Eindeckungspflicht / obligation de provisionner / obbligo di ricopertura / coverage requirement
Verpflichtung des Schuldners, bei einer Kreditüberschreitung die Kreditposition durch Abzahlung oder zusätzliche Hinterlagen wieder auf den vertraglichen Stand zu bringen (Eindeckung).
einfache Bürgschaft / cautionnement simple / fideiussione semplice / simple guarantee
Bürgschaft, bei welcher der Gläubiger den Bürgen erst dann zur Zahlung anhalten kann, wenn der Hauptschuldner in Konkurs geraten ist oder Nachlassstundung erhalten hat oder wenn gewisse andere Voraussetzungen erfüllt sind. Bestehen für die verbürgte Forderung Pfandrechte, kann der Bürge verlangen, dass sich der Gläubiger an diese hält, solange der Hauptschuldner nicht in Konkurs geraten ist oder Nachlassstundung erhalten hat (Art. 495 OR). Siehe auch solidarische Bürgschaft.
einfache Gesellschaft / société simple / società semplice / ordinary partnership
Vertragsmässige Verbindung von zwei oder mehreren natürlichen bzw. juristischen Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zweckes (z.B. Emission einer Anleihe) mit gemeinsamen Mitteln. In der Schweiz gesetzlich geregelt durch Art. 530 bis 551OR.
Eingang vorbehalten / sauf bonne fin / salvo buon fine / subject to collection
Abk.: E.v. Durch diese Klausel behält sich die Bank das Recht vor, bei Nichteingang des Gegenwerts hereingenommener Zahlungsversprechen und anderer Schuldurkunden (z.B. Wechsel, Check) die Gutschrift rückgängig zu machen bzw. zu stornieren.
Einheitsaktie / action unique / azione unica / single share class
Einheitliche Titelkategorie im Grundkapital einer Aktiengesellschaft. Der Begriff bezieht sich auf die früher gängige Zweiteilung in (privilegierte) Namen- sowie Inhaberaktien. Mit einer Vereinfachung der Titelstruktur zeigt das Management, dass es den Aktionärsinteressen Beachtung schenkt, die Eigenkapitalgeber gleich behandeln und Interessenkonflikte unter den verschiedenen Titelkategorien verhindern will.
Einkaufsmanagerindex / indice des directeurs d'achat / indice dei direttori d'acquisto / Purchasing Managers Index
Monatlich durchgeführte und veröffentlichte Umfrage unter den Einkaufsmanagern verschiedener Unternehmen in verschiedenen Branchen. Der Einkaufsmanagerindex gilt als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In den USA wird der sog. ISM-Index (oder Purchasingmanagers-Index, PMI) veröffentlicht, der vom Institute for Supply Management (ISM) erhoben wird. Des weiteren veröffentlicht das ISM seit 1997 auch den Einkaufsmanagerindex Service (Dienstleistungen); in der Eurozone wird der Reuters-Einkaufsmanagerindex erhoben.
Einlagenversicherung / assurance des dépôts / assicurazione dei depositi / deposit insurance
In der Schweiz gibt es keine staatliche Einlagenversicherung, Schweizer Banken bieten jedoch einen Einlegerschutz.
Einlegerschutz / protection des déposants / protezione dei depositanti / depositor protection
Sicherstellung von Kundenforderungen im Konkurs einer Bank. In der Schweiz realisiert durch Einräumung eines Konkursprivilegs bis max. 30'000 CHF für bestimmte Forderungen (Art. 37a BankG). Aufgrund einer privatrechtlichen Vereinbarung unter den Banken bevorschussen diese im Konkursfall die privilegierten Forderungen.
Einmaleinlage / versement unique / versamento unico / single-premium insurance
Einmalige Prämienzahlung für ein Versicherungsprodukt mit Sparteil anstelle periodischer Zahlungen.
Einschuss / dépôt de garantie / deposito (di garanzia) iniziale / initial margin
Sicherheitsleistung, die in Form von Bargeld oder Wertpapiere vor Ausübung eines Auftrags hinterlegt werden muss.
Einzahlungsschein / bulletin de versement / polizza di versamento / paying-in slip
Formular, mit dem Geld bei der Post oder bei der Bank zugunsten eines Zahlungsempfängers einbezahlt oder überwiesen werden kann. Siehe auch Bankeinzahlungsschein mit Referenznummer.
Einzelverwahrung / dépôt individuel / custodia individuale / individual custody
Auch: Streifbandverwahrung. Aufbewahrung von Wertpapieren, die getrennt von anderen eigenen und/oder fremden Titeln erfolgt. Gegenteil: Sammelverwahrung.
Einzelzession / cession individualisée / cessione singola / single assignment
Vertragliche Abtretung einer Forderung an einen neuen Gläubiger. Es kann sich dabei um eine einzige oder um einzelne, speziell gekennzeichnete Forderungen handeln.
Electronic Banking / electronic banking / electronic banking / electronic banking
Kurzform: E-Banking. Auch: Direct Banking. Orts- und zeitunabhängige Nutzung von Bankdienstleistungen über elektronische Distributionskanäle sowie darauf abgestimmte Träger und Übermittlungsmedien.
Electronic Funds Transfer at the Point of Sale
Abk.: EFT/POS. Zahlungssystem, das bargeldloses Zahlen an der Verkaufsstelle ermöglicht.
elektronische Bank / banque électronique / banca elettronica / electronic bank
Elektronisch ausgerüstete Bankgeschäftsstelle, bei der die Bankkunden unabhängig von den Schalteröffnungszeiten in Selbstbedienung Bankgeschäfte abwickeln können.
elektronische Börse / Bourse électronique / borsa elettronica / electronic trading system; electronic bourse; screen-based trading
Handelssystem, bei dem die Börsengeschäfte über ein Computersystem abgewickelt werden, z.B. SWX Swiss Exchange.
Emerging Market / marché émergent / emerging market / emerging market
Auch: Schwellenmarkt, Schwellenland. Aufstrebende Volkswirtschaft am Beginn der Industrialisierung mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial und sich entwickelndem Finanzmarkt.
Emission / émission / emissione / issue
Ausgabe von Effekten gleichartiger Ausstattung und Platzierung dieser Effekten innerhalb einer kurzen Zeitspanne zu gleichen Bedingungen, zum Zweck der Beschaffung von langfristigem Fremdkapital oder von Eigenkapital am Kapitalmarkt.
Emissionsabgabe / droit de timbre d'émission / tassa di emissione / stamp duty on newly issued securities
Auch: Emissionsstempel. Stempelabgabe, die der Bund auf inländischen Beteiligungsrechten und Obligationen erhebt. Siehe auch Stempelabgabe.
Emissionspreis / prix d'émission / prezzo d'emissione / issue price
Auch: Emissionskurs, Ausgabekurs, Ausgabepreis (bei Anlagefonds). Preis, zu dem neu zur Emission gelangende Wertpapiere abgegeben werden.
Emissionsprospekt / prospectus d'émission / prospetto di emissione / issue prospectus
Gesetzlich vorgeschriebene Veröffentlichung, welche bei der Neukotierung von Wertpapieren an den schweizerischen Effektenbörsen nähere Angaben über die Emissionsbedingungen und über den Emittenten/Garanten der neu zu emittierenden Wertpapiere (Obligationen, Aktien usw.) enthält.
Emissionssyndikat / syndicat d'émission / sindacato di emissione / underwriting syndicate
Zusammenschluss mehrerer Banken (Konsortium, Syndikat) zwecks gemeinsamer Durchführung von Wertschriftenemissionen.
Emittent / émetteur / emittente / issuer
Ein privates Unternehmen oder eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich durch Ausgabe von Wertpapiere (Obligationen, Aktien usw.) Geld beschafft.
Energie / Energie / Energia / Energy
Sektorbezeichnung für Aktien aus dem Bereich Erdöl- und Erdgasförderung sowie Produktion, Transport und/oder Raffinierung von Erdöl und Erdgas. Der entsprechende MSCI-Sektorindex fungiert als Benchmark für die Aktien dieses Sektors.
Engagement / engagement / impegno / commitment
(1) Wertschriftenhandel: Verpflichtung aus (neuem) Wertpapierkauf oder Bezeichnung für das gesamte Wertpapierportefeuille eines Anlegers oder einer Käufergruppe.
(2) Kreditgeschäft: Kreditverpflichtung, die eine Bank gegenüber einem Kunden oder einem Schuldnerland eingegangen ist (Kreditengagement).
enger Markt / marché étroit / mercato ristretto / narrow market
Auch: Marktenge. Ein enger Markt besteht, wenn ein Wertpapier nur unregelmässig gehandelt wird oder wenn nur wenige Stücke eines Titels im Umlauf sind. Grössere Kauf- oder Verkaufsaufträge führen bei engem Markt zu starken Kursausschlägen.
englische Auktion / enchère anglaise / asta inglese / English auction
Auktionsform, bei der Käufer steigende Angebote machen, in der Regel bei einer vorgegebenen Mindeststeigerung, und der Bieter, der das höchste Angebot macht, den Zuschlag erhält und den Höchstpreis an den Verkäufer zahlen muss. Siehe auch Auktion, Dutch-Auction.
En-nom-Beteiligung / participation
en nom / partecipazione «en-nom» / underwriter listed in prospectus
Beteiligung an einem Emissionssyndikat unter namentlicher Erwähnung im Emissionsprospekt. Der En-nom-Beteiligte erscheint wie ein Mitglied des Syndikats, ist aber nur ein Unterbeteiligter, der den Übernahme- und Syndikatsvertrag nicht mitunterzeichnet. Siehe auch Unterbeteiligung.
Equity-Banking / equity banking / equity financing / equity banking
Auch: Beteiligungsfinanzierung. Eigenmittelfinanzierung der Bank auf Zeit für neu gegründete oder stark aufstrebende Unternehmen mit guter Bonität.
Equity-Methode / méthode de la mise en équivalence / metodo dell'equivalenza / equity method
Verfahren zur Bewertung und Erfassung von assoziierten Unternehmen in der Konzernbilanz, wobei das Verhältnis der Beteiligung zum anteiligen Substanzwert ermittelt wird.
ERA / RUU / NUU / ERA
Abk. für die von der Internationalen Handelskammer in Paris herausgegebenen Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumentenakkreditive (Richtlinien der Internationalen Handelskammer (IHK), Publikation Nr. 500, 1993). Siehe auch Dokumentenakkreditiv.
ermächtigte Bank / banque habilitée / banca autorizzata / authorized bank
Bank, die von den staatlichen Organen neben der zentralen Zahlstelle ebenfalls für die Abwicklung des dezentralisierten internationalen Zahlungsverkehrs zugelassen ist.
Erneuerungsschein
Synonym von Talon.
Eröffnung / ouverture / apertura / opening
Börsenperiode, während der das System die Auftragsbücher schliesst, das Eröffnungsverfahren startet, den Eröffnungskurs festlegt und gemäss den Matching-Regeln die auszuführenden Aufträge bestimmt.
Eröffnungskurs / cours d'ouverture / corso di apertura / opening price
Der erste notierte Börsenkurs für ein bestimmtes Wertpapier am Anfang einer Börsensitzung. Gegenteil: Schlusskurs.
erste Hypothek / prêt hypothécaire en premier rang / primo ipoteca / first mortgage
Auch: erstrangige Hypothek, Hypothek im ersten Rang. Hypothekardarlehen, bei dem das Grundstück bis zu der von den Banken festgelegten Grenze von rund zwei Dritteln des Verkehrswerts belehnt wird. Siehe auch zweite Hypothek.
Ertragsbilanz / balance des transactions courantes / bilancia delle transazioni correnti / current account balance
Schweiz: Synonym für Bilanz der laufenden Transaktionen, d.h. Leistungsbilanz zuzüglich einseitiger Übertragungen vom und ans Ausland.
Ertragskraft / capacité bénéficiaire / redditività / earning power
Fähigkeit eines Unternehmens, gegenwärtig und in Zukunft Gewinne zu erzielen. Grundlage für die Aktienbewertung.
Ertrags-Risiko-Profil / profil rentabilité/risque / profilo di rischio/rendimento / risk-return profile
Auch: Risiko-Ertrags-Profil, Risiko-Rendite-Profil. Vergleich zwischen dem erwarteten Risiko einer Anlage und der erwarteten Rendite. Überwiegt die erwartete Rendite, wird die Anlage getätigt.
Ertragswert / valeur de rendement / valore di rendimento / capitalized value
Wert einer Kapitalanlage, der sich durch die Kapitalisierung zukünftiger Erträge unter Verwendung eines bestimmten Kapitalisierungszinsfusses errechnen lässt. Die Berechnung des Ertragswerts spielt eine besonders wichtige Rolle bei der Bewertung von Liegenschaften.
eskomptieren / escompter / scontare / discount in advance
Bei Anlagewerten künftige Entwicklungen durch eine entsprechende Höher- oder Tieferbewertung vorwegnehmen. So wird z.B. die Ankündigung einer Dividendenerhöhung durch einen Kursanstieg der Aktie eskomptiert.
EU-Direktive
Ein Rechtsakt der Europäischen Union, der die Mitgliedstaaten zur Verwirklichung eines bestimmten Resultats verpflichtet, ohne die Mittel zur Umsetzung im einzelnen vorzuschreiben. Da die Richtlinien in nationales Recht umgesetzt werden müssen, besteht Spielraum für die Art und Weise der Implementierung. Wie die Richtlinie umgesetzt wird, hängt von der Rechtsform des jeweiligen Landes ab.
EU-Verordnung
Ein Rechtsakt der Europäischen Union, der in allen Mitgliedstaaten vollumfänglich verbindlich und unmittelbar anwendbar ist. Aus diesem Grund haben die EU-Verordnungen im Rahmen der EU-Gesetzgebung das grösste Gewicht. Alle nationalen Gesetze der Mitgliedstaaten, die den EU-Bestimmungen widersprechen, werden ausser Kraft gesetzt, da das EU-Gesetz Vorrang hat.
Eurex / Eurex / Eurex / Eurex
1998 gegründete, gemeinsame Tochtergesellschaft der SWX Swiss Exchange und der Deutschen Börse AG zur Betreibung des ersten grenzüberschreitenden Terminmarkts. Durch die Fusion von SOFFEX und DTB entstand eine gemeinsame Plattform für den vollelektronischen Handel und das Clearing von derivativen Instrumenten und damit eine der weltweit grössten Derivatbörsen. Website: www.eurexchange.com.
Euribor
Abk. für Euro Interbank Offered Rate. Zinssatz für Termingelder in Euro, den sich erstklassige Banken untereinander belasten.
Euro / euro / euro / euro
Einheitswährung der auf den 1.1.1999 eingeführten Europäischen Währungsunion EWU.
Euro Traveller Cheque / Euro Traveller Cheque / Euro Travellers Cheque / Euro Traveller's Cheque
Marke eines von vielen Kreditinstituten vertriebenen, weltweit akzeptierten Reisechecks.
Euroanleihe / euro-obligation / eurobbligazione / eurobond issue
Auch: Eurobond. Anleihe, die in einer anderen Währung als der Herkunftswährung des Schuldners auf dem Eurokapitalmarkt ausgegeben wird.
Euroclear / Euroclear / Euroclear / Euroclear
1968 gegründetes internationales Effektengirosystem von Banken und Wertschriftenhändlern für die Sammelverwahrung und buchmässige Übertragung von Wertpapiere (ursprünglich v.a. von Euroanleihen).
Euro-Commercial-Paper / europapier commercial / euro-commercial paper / Eurocommercial paper
Abk.: ECP oder Euro-CP. Kurzfristiges Geldmarktpapier, das von einem erstklassigen Grossunternehmen ohne Übernahmeverpflichtung einer Bank oder einer Bankengruppe am Euromarkt ausgegeben wird. Die Merkmale entsprechen im Wesentlichen denjenigen des in den USA üblichen Commercial Paper.
Eurodollar / eurodollar / eurodollaro / Eurodollar
Dollarguthaben und -verpflichtungen, die ausserhalb der USA bestehen. Diese Transaktionen bilden zusammen den Eurodollarmarkt. Siehe auch Euromarkt.
Eurogeldmarkt / euromarché de l'argent / euromercato monetario / Euromoney market
Jener Teil des Euromarkts, über den die Transaktionen von kurz- bis mittelfristigen Anlagen (mit höchstens 18 Monaten Laufzeit) abgewickelt werden.
Eurokapitalmarkt / euromarché des capitaux / euromercato dei capitali / Eurocapital market
Jener Teil des Euromarkts, über den die Transaktionen mit mittel- bis langfristigen Anlagen (mit über 18 Monaten Laufzeit) abgewickelt werden, v.a. in Form von Euroanleihen.
Eurokredit / eurocrédit / eurocredito / Eurocredit
In einer Eurowährung gewährter internationaler Bankkredit.
Euromarkt / euromarché / euromercato / Euromarket; Euromarkets
Internationaler Finanzmarkt, über den Bankkredite und Anleihensoperationen in Eurowährungen abgewickelt werden. Trotz seines von Europa abgeleiteten Namens beschränkt sich der Euromarkt geografisch keineswegs auf Europa; die wichtigste gehandelte Währung ist der USD. Seit der Einführung des Euros spricht man vermehrt einfach von «internationalem Finanzmarkt». Siehe auch Eurogeldmarkt, Eurokapitalmarkt.
Euronext / Euronext / Euronext / Euronext
Euronext entstand im September 2000 durch den Zusammenschluss der Kassa- und Terminbörsen der Finanzplätze Amsterdam, Brüssel und Paris. Inzwischen ist der Börsenverbund Euronext um die portugiesische Kassa- und Terminbörse BVLP und die Londoner LIFFE weiter angewachsen. Website: www.euronext.com.
Euronote / euronote / euronota / Euronote
Auf dem Eurogeldmarkt emittierte mittelfristige Schuldverschreibung.
Euronote-Facility / facilité d'euronote / euronote facility / Euronote facility
Auch: Euronote-Fazilität. Finanzinnovation, die auf einer Vereinbarung zwischen einem oder mehreren Kreditinstituten und einem Kapitalnehmer beruht, wonach der Kapitalnehmer im Rahmen von fünf bis sieben Jahren durch die revolvierende Platzierung von Euronotes am Euromarkt bis zu einer Obergrenze Mittel aufnehmen kann. Wesentlich ist dabei, dass sich die beteiligten Banken («Underwriter») verpflichten, die Euronotes zum vertraglich vereinbarten Zins zu übernehmen oder alternativ Buchkredite zur Verfügung zu stellen (Backup- oder Standby-Facilities), wenn es dem Kapitalnehmer nicht gelingt, seine Euronotes am Markt abzusetzen. Euronotes haben nur eine mehrmonatige Laufzeit und müssen daher vom Schuldner – je nach Bedarf – nach Fristablauf erneut angeboten werden (Revolving-Underwriting-Facility oder Note-Issuance-Facility).
europäische Option / option européenne / opzione europea / European option
Option, die erst am letzten Handelstag, d.h. bei Fälligkeit (Verfall), ausgeübt werden kann. Siehe auch amerikanische Option.
Europäische Währungseinheit / unité monétaire européenne / Unità monetaria europea / European Currency Unit
Abk.: ECU. Ehemalige Rechnungseinheit, die sich aus der Summe der von den damaligen zwölf EU-Mitgliedstaaten festgelegten Beträge ergab. Der Wert eines ECU war ein gewichteter Durchschnittswert des Werts der Währungen, die ihn bildeten. Mit dem Erscheinen des Euros am 1. Januar 1999 wurde der ECU aufgegeben. Der EUR trat an die Stelle des ECU mit einem Wert von 1 ECU = 1 EUR.
Europäische Währungsunion / Union économique et monétaire européenne / Unione monetaria europea / European Monetary Union
Abk.: EWU. Am 1.1.1999 verwirklichter Zusammenschluss von EU-Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Währungspolitik. Mit diesem Zusammenschluss haben die betroffenen Länder den Euro als gemeinschaftliche Währung eingeführt.
Europäische Zentralbank / Banque centrale européenne / Banca centrale europea / European Central Bank
Abk.: EZB. Notenbank der Europäischen Währungsunion, welche die Aufgabe hat, die europäische Währungspolitik umzusetzen. Die EZB mit Sitz in Frankfurt a.M. ist von Weisungen der Regierungen oder zentraler Instanzen vollkommen unabhängig. Die ebenfalls von den Weisungen der Politik unabhängigen Zentralbanken der Mitgliedstaaten bleiben bestehen und bilden zusammen mit der EZB das Europäische System der Zentralbanken (ESZB). Website: www.ecb.int.
Europäisches System der Zentralbanken / Système européen des banques centrales / Sistema europeo di banche centrali / European System of Central Banks
Abk.: ESZB. Siehe Europäische Zentralbank.
Europäisches Währungsinstitut / Institut monétaire européen / Istituto monetario europeo / European Monetary Institute
Abk.: EWI. Vorläuferin der Europäischen Zentralbank mit der Hauptaufgabe, die dritte Stufe der Europäischen Währungsunion mit der Einführung der Einheitswährung Euro vorzubereiten, namentlich durch Koordination der Geld- und Wirtschaftspolitik der nachmaligen EWU-Ländern.
Europäisches Währungssystem / Système monétaire européen / Sistema monetario europeo / European Monetary System
Abk.: EWS. Das Europäische Währungssystem (EWS I) war ein System fester, jedoch anpassungsfähiger Wechselkurse zwischen bestimmten EU-Mitgliedstaaten. Seit In-Kraft-Treten der Europäischen Währungsunion regelt ein neues System (EWS II) die Wechselkursgestaltung zwischen dem Euro und den Währungen der nicht an der Währungsunion teilnehmenden EU-Länder.
euroSIC / euroSIC / euroSIC / euroSIC
Clearingsystem von Swiss Interbank Clearing für den Schweizer Zahlungsverkehr in EUR innerhalb der Schweiz und über ihre Grenzen hinaus.
Eurowährung / eurodevise / eurovaluta / Eurocurrency
Währung, die für die Guthaben und Verbindlichkeiten am Euromarkt verwendet wird. Beispiele für Eurowährungen: Eurodollar, Euro, Euro-GBP, Euro-CHF.
Event-Driven / event driven / event driven / event-driven
Hedge-Fund-Strategie, bei der die Fondsmanager versuchen, von aussergewöhnlichen Ereignissen zu profitieren, die aufgrund spezieller Ausnahmesituationen wie beispielsweise Firmenfusionen, Insolvenzen oder Restrukturierungen ausgelöst werden.
Eventualverpflichtung / engagement conditionnel / impegno eventuale / contingent liability
Bedingte Verpflichtung, die nur beim Eintreten bestimmter Voraussetzungen wirksam wird, z.B. Verpflichtungen aus Bürgschaften, Bankgarantien und Akkreditiven. Eventualverpflichtungen einer Bank werden nicht in die Bilanz einbezogen, müssen aber als ergänzende Angabe ausgewiesen werden.
ewige Anleihe
Obligation ohne Fälligkeitstermin. Ewige Anleihen leisten zwar regelmässig Zinszahlungen, tilgen den Nominalbetrag aber nie. Um sein Kapital zurückzuerhalten, muss ein Anleger solche Obligationen an der Börse verkaufen.
ewige Rente / rente perpétuelle / rendita perpetua / perpetual annuity
Staatsanleihe, bei der sich der Staat nur zur Zahlung des Zinses (Rente) verpflichtet. Ewige Renten sind nicht rückzahlbar, doch behält sich der Staat vielfach das Recht auf Kündigung oder auf Rückkauf an der Börse vor. Besonders verbreitet in Frankreich und Grossbritannien (Consols). Seit einigen Jahren werden auch von Grossunternehmen Obligationenanleihen und Notes mit grundsätzlich unbefristeter Laufzeit emittiert (ewige Anleihen).
EWR
Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) umfasst alle EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen und Liechtenstein.
ex Anrecht / ex droit / ex diritto d'opzione / ex right
Kennzeichnung einer Aktie, die nach Eröffnung des Anrechtshandels ohne das entsprechende Anrecht gehandelt wird. Das Anrecht wird von diesem Zeitpunkt an während der festgesetzten Laufzeit selbstständig an der Börse gehandelt und kotiert.
ex Dividende / ex dividende / ex dividendo / ex dividend
Kennzeichnung einer Aktie im Kursblatt, deren Dividende am betreffenden Tag ausgeschüttet wurde. Käufer dieser Aktie haben kein Anrecht mehr auf die letzte Dividende, sondern erst auf die nächste Auszahlung.
Exchange-Traded-Fund / Exchange Traded Fund / exchange traded fund / exchange-traded fund
Indexfonds, der sich in seiner Zusammensetzung an die Gewichtung eines Index bindet und jederzeit ohne Ausgabeaufschlag gehandelt werden kann. Siehe auch Basketprodukt.
Exekution / exécution / realizzazione forzata / forced sale of collateral
Zwangsweise Verwertung der der Bank verpfändeten Kreditsicherheiten, wenn die Kreditbeanspruchung den Belehnungswert überschreitet oder wenn der Kunde in Verzug gerät.
Exportfinanzierung / financement des exportations / finanziamento delle esportazioni / export financing
Zurverfügungstellung des erforderlichen Kapitals für den Export von Waren und (bei der Exportfinanzierung im weiteren Sinn) für Dienstleistungen wie Leistung von Bau-, Ingenieur- und Entwicklungsarbeiten im Ausland. Die Exportfinanzierung erfolgt normalerweise durch Lieferantenkredit des Exporteurs und unter Inanspruchnahme von Bankkrediten. Für die kurzfristige Exportfinanzierung spielt das Dokumentenakkreditiv eine grosse Rolle. Der mittel- bis langfristige Exportkredit der Banken bildet heute die klassische Form der Exportfinanzierung in der Schweiz. Sonderformen der Exportfinanzierung: Kompensationsgeschäfte. Die Exportfinanzierung erfolgt in der Schweiz in vielen Fällen in Verbindung mit der Exportrisikogarantie des Bundes.
Exportfinanzkredit / crédit financier à l'exportation / credito finanziario all'esportazione / export finance credit
Form der Exportfinanzierung. Der Exportfinanzkredit wird von Schweizer Banken gewährt zur Finanzierung nicht ERG-gedeckter Exportlieferungen, ferner zur Finanzierung von An- und Zwischenzahlungen und allfälligen lokalen Kosten, die mit der Erstellung der zu liefernden Anlage zusammenhängen.
Exportkredit / crédit à l'exportation / credito all'esportazione / export credit
Kredit zur mittel- bis langfristigen Finanzierung von Exportlieferungen. Hinsichtlich der kredittechnischen Durchführung des Exportkredits der Banken unterscheidet man zwei hauptsächliche Formen: den Lieferantenkredit (Forderungskauf) und den Bestellerkredit (Käuferfinanzierung), bei dem die Kreditgewährung der Bank direkt an den ausländischen Warenkäufer oder dessen Bank erfolgt. Grosskredite werden in der Schweiz in der Regel von einer Mehrzahl von Banken gemeinsam durchgeführt (Konsortialkredit). Sofern ein Exportkredit gemeinsam von einer Geschäftsbank (Bankentranche) und dem Staat (z.B. Bundestranche) gewährt wird, spricht man von einem Mischkredit. Diese Form spielt namentlich bei Krediten an Entwicklungsländer eine Rolle.
Exportkreditversicherung / assurance crédit à l'exportation / assicurazione del credito all'esportazione / export credit insurance
Meist staatliche, aber selbst finanzierte Institution zur Absicherung gewisser mit der Gewährung von Exportkrediten verbundener Risiken. In der Schweiz Exportrisikogarantie genannt.
Exportrisikogarantie / garantie contre les risques à l'exportation / garanzia contro i rischi delle esportazioni / export risk guarantee
Abk.: ERG. Sicherstellung von Forderungen aus Exportgeschäften. In der Schweiz besteht seit 1934 die Exportrisikogarantie des Bundes. Die Exportrisikogarantie erstreckt sich nicht nur auf den eigentlichen Warenexport, sondern kann auch für verschiedene weitere wirtschaftliche Leistungen beansprucht werden, z.B. für die Vermietung von Waren, die Leistung von Bau-, Ingenieur- und Entwicklungsarbeiten, die Überlassung von Lizenzen sowie die wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Beratung.
Exposure / exposition / esposizione / exposure
Ausgesetztsein. Wenn man sein Vermögen dem Einfluss von unsicheren Variablen (Risiko-Faktoren) aussetzt, weist es Exposure gegenüber diesen Faktoren auf.
Ex-Tag / jour ex droit / giorno ex / ex-date
Der erste Tag nach der Fälligkeit der Dividende einer Aktie, d.h. der Tag, ab dem der entsprechende Titel ohne die abgegangene Dividende gehandelt wird.
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