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Marcel Ospel und Peter Wuffli |
2004 war für UBS ein äusserst erfolgreiches Jahr, sowohl mit
Blick auf das Finanzergebnis als auch auf das erzielte Wachstum.
Dieser Aktionärsbrief trägt zwar nur zwei Unterschriften,
doch Tatsache ist, dass über 67 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
auf der ganzen Welt an diesem Erfolg beteiligt sind –
indem sie für unsere Kunden täglich ihr Bestes geben.
In finanzieller Hinsicht war 2004 ein Rekordjahr. Der Reingewinn
betrug 8089 Millionen Franken, wovon 45 Millionen
Franken aus unseren Industriebeteiligungen stammten. Die
verbleibenden 8044 Millionen Franken erwirtschafteten wir
mit dem Finanzdienstleistungsgeschäft, wo wir trotz des sinkenden
US-Dollars ein Plus von 29% gegenüber dem Vorjahr
verzeichneten. Im Berichtsjahr vertrauten uns unsere Kunden
Neugelder in Höhe von insgesamt 88,9 Milliarden Franken an,
und dies führte zu einem Anstieg der verwalteten Vermögen
auf 2250 Milliarden Franken. Die vermögensabhängigen
Erträge nahmen in der Folge um 19% zu. Da zudem die Einnahmen
aus unserer Investment-Banking-Einheit und die
Transaktionserträge auf Privatkundenseite anstiegen, erhöhte
sich der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft
auf 52% des Gesamtertrags. Die vorteilhaften Marktbedingungen
zu Beginn und am Ende des Jahres 2004
belebten das Geschehen an den Börsen, was unsere Handelserträge
begünstigte.
Die Kosten blieben unter Kontrolle und wuchsen weniger
stark als die Erträge. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis vor
Goodwill belief sich Ende 2004 auf etwas mehr als 70%, was
einer Verbesserung von drei Prozentpunkten entspricht. Dank
unserer strikten Kapitaldisziplin schlossen wir das Berichtsjahr
mit einer Eigenkapitalrendite vor Goodwill von ausgezeichneten
28% ab. Das Ergebnis pro Aktie lag 34% höher als 2003.
Wir wollen unseren Erfolg mit Ihnen teilen. Der Verwaltungsrat
wird an der Generalversammlung vom 21. April 2005
eine Dividende von 3.00 Franken pro Aktie vorschlagen. Verglichen
mit der im Vorjahr ausgeschütteten Dividende sind
dies 15% mehr. Seit Anfang 2000, also dem Beginn unserer
Aktienrückkaufsprogramme, haben wir unseren Aktionären
über Nennwertrückzahlungen, Dividenden und Aktienrückkäufe
insgesamt 32,1 Milliarden Franken ausbezahlt. Dies
entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Gesamtrendite
von rund 6,6% oder 60% des gesamten Cashflows, den UBS
in dieser Periode erwirtschaftet hat.
Ferner erhöhte sich die durchschnittliche erfolgsabhängige
Entlöhnung: In sämtlichen Einheiten flossen höhere Bonuszahlungen
an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn
diese haben ganz wesentlich zu unserem Ertragswachstum im
Berichtsjahr beigetragen.
2004 bewiesen wir unsere Fähigkeit zu wachsen – sowohl
organisch als auch durch gezielte Zukäufe. In den asiatischen
Märkten, die laufend an Bedeutung gewinnen, steigerten wir
die Erträge 2004 um 24%. Die Investment Bank stärkte in den
USA ihre Wettbewerbsposition in Schlüsselbereichen wie
Prime Brokerage und Aktienhandel. Im Wealth Management
tätigten wir mehrere kleine Akquisitionen, um in zwei unserer
wichtigsten Märkte die kritische Grösse zu erreichen. Dadurch
gehören wir jetzt zu den fünf grössten Anbietern in Deutschland
und Grossbritannien. Die 2004 angekündigten Übernahmen
kosten uns insgesamt rund 1 Milliarde und bringen zusätzliche
verwaltete Vermögen von rund 40 Milliarden Franken
zu UBS. Die reibungslose Integration zugekaufter Einheiten ist
eine unserer Stärken und verläuft plangemäss.
Akquisitionen dieser Art sowie Investitionen zugunsten
weiteren Wachstums haben dazu geführt, dass die Aktienrückkäufe
2004 leicht zurückgingen. Im Rahmen des aktuellen
Programms, das am 5. März 2005 ausgelaufen ist, kauften
wir Aktien im Gesamtwert von rund 3,5 Milliarden Franken
zurück. Attraktive Gelegenheiten für weiteres Wachstum werden
für uns immer Priorität haben. Sollten sich indes keine solchen
Möglichkeiten bieten, werden wir nicht benötigtes Kapital
weiterhin an Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre,
ausschütten. Aktienrückkäufe stellen nach wie vor ein wichtiges
Instrument dazu dar.
Im Rahmen des nächsten Rückkaufsprogramms, das im
März 2005 anläuft, werden wir eigene Aktien für maximal
5 Milliarden Franken erwerben. Ob wir diese Limite ausschöpfen,
wird erneut von den Wachstumschancen und damit verbundenen
Investitionsmöglichkeiten abhängen, die sich uns
bieten.
Das Wachstum unseres Unternehmens muss auf langfristigen, engen Kundenbeziehungen gründen. Durch unsere langjährige Erfahrung in der Finanzberatung wissen wir, dass eine enge Kundenbeziehung auf einer persönlichen Bindung beruht – zwischen Ihnen und uns. Genau dies kommt in unserer weltweiten Markenkampagne «You & Us» zum Ausdruck. In diesem Sinne versuchen wir, die Kontakte mit unseren Kunden, Aktionären, Mitarbeitern und den Menschen in den Gemeinschaften, in denen wir leben, jeweils wie individuelle, persönliche Beziehungen zu gestalten: aufgeschlossen, unkompliziert und aufmerksam – trotz unserer Grösse und Komplexität.
Wir wollen ausserdem für andere Standpunkte offen sein. Im Jahresbericht 2004 geben uns sechs Persönlichkeiten Einblick in ihre Denkweise zu Themen, die uns am Herzen liegen: wohin sich unsere Branche und die Finanzmärkte in Zukunft entwickeln, wie Menschen finanzielle Risiken wahrnehmen, was unternehmerische Führungsstärke bedeutet und welchen Einfluss Unternehmen auf die Gemeinschaften haben, in denen sie tätig sind. Wir haben diesen Menschen mit Vergnügen zugehört – ihren Ansichten, Standpunkten und Prioritäten. Nun hoffen wir, dass auch Sie, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, an dieser Tour d’Horizon Interesse finden.
16. März 2005 Marcel Ospel |
Peter Wuffli |
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