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Jahresergebnis 2004
 

Musikalische Menschlichkeit
Musikalische Menschlichkeit

Musikalische Menschlichkeit

Nach seinem ersten öffentlichen Konzert im Alter von fünf Jahren nahm Maxim Vengerov seine riesige Weltkarte und markierte jeden Ort, an dem er noch auftreten wollte, mit einer Stecknadel. «Ich wollte überallhin, irgendwohin. Dieser Traum erfüllt sich nun jedes Jahr ein bisschen mehr.» Eine der Nadeln traf wohl auch China. Doch dort war – als Maxim Vengerov zu Sowjetzeiten in Nowosibirsk aufwuchs – klassische Musik aus dem Westen schon seit Jahren verboten. Die westliche Kultur fand im Untergrund statt.

Eines Tages steht Vengerov am Pekinger Flughafen und wartet auf seine Abreise. Es ist der Morgen nach seinem Auftritt am siebten Beijing Music Festival, an dem er für seine Beethoven-Interpretation begeistert, ja frenetisch gefeiert wurde. Ein spezielles Erlebnis für einen Künstler, der fest an die kulturübergreifende und verbindende Kraft der Musik glaubt. «Ich spiele für Menschen unterschiedlicher sozialer, nationaler und religiöser Herkunft. In unserer hektischen Zeit, in der die gesellschaftlichen Gegensätze immer grösser werden, fällt mir eines besonders auf: Sobald ich die Bühne betrete, verwandelt sich jeder Konzertsaal in einen Tempel der Kunst. Die Musik bringt eine Botschaft von Einigkeit, Freundschaft und Liebe.»

Diese Botschaft soll auch ausserhalb der Konzertsäle Gehör finden. So hat Maxim Vengerov in seiner Funktion als Goodwill-Botschafter der Unicef für entführte Kindersoldaten in Uganda gespielt, für benachteiligte Kinder in Harlem, für drogenabhängige junge Menschen in Thailand sowie für Kinder aller Ethnien des Balkans.

Musikalische Menschlichkeit

Die als Soldaten missbrauchten Kinder versammelte er in einem abgeschiedenen Winkel Ugandas und verzauberte sie mit einer seiner liebsten Zugaben – der Geschichte vom Stier Ferdinand. Wenn Maxim Vengerov diese klassische Kindergeschichte allein mit Hilfe seiner Violine erzählt, der er eine unglaubliche Vielfalt an Klängen entlockt, ist dies reine musikalische Komik. Dasselbe Stück wird er auf seiner Tournee auch in der Suntory Hall in Tokio zum Besten geben. «Die Musik ist das Esperanto, das jeder versteht. Es ist wirklich faszinierend: Mit Musik lässt sich eine Botschaft vermitteln, für die niemand eine Übersetzung braucht.»

Wie die meisten klassischen Kindergeschichten ist auch diese eine Parabel. Die 1936 entstandene Erzählung handelt vom Stier Ferdinand, der sich strikt weigert, in der Arena von Madrid zu kämpfen. Das erste Mal spielte Maxim Vengerov «Ferdinand » mit einem Orchester im Sommer 2004 am Verbier Festival – im Anschluss an eine Aufführung von Benjamin Brittens elegischem Violinkonzert. Britten hatte das Werk 1938 im Gedenken an die Menschen komponiert, die im Kampf gegen General Franco im spanischen Bürgerkrieg gefallen waren. Dieser Konflikt markierte den Beginn von Brittens lebenslangem Pazifismus.

Mit seiner starken Bühnenpräsenz fesselt Vengerov das Publikum wie kaum ein anderer. Doch fordern diese pausenlosen Emotionen, die «Entblössung auf der Bühne», wie er es nennt, nicht ihren Tribut? Im Alter von 30 Jahren hat er in seinem Beruf alles erreicht und gilt als einer der grossen Violinisten unserer Zeit. Könnte diese Begabung nicht auch zu einer Last werden und den Geist der Erschöpfung heraufbeschwören, dem schon so viele Wunderkinder zum Opfer gefallen sind?

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«Solange die Musik nicht einfach zur Routine, zu eigentlicher Arbeit verkommt, kann ich mein Interesse daran nicht verlieren. Deshalb lerne ich ständig dazu. Es ist wie bei einem Bodybuilder: Hört er auf zu trainieren, werden seine Muskeln zu Fett.» 2005 gönnt er sich dennoch eine Auszeit. «Ich brauche etwas mehr Distanz. Ich will wieder studieren und mich anderen Dingen widmen. Am liebsten würde ich Unterricht in Jazzvioline nehmen, weitere Sprachen und Tango lernen. Ich will mich ständig weiterentwickeln. Ist man nämlich mit sich selbst zufrieden, hat man eine Grenze erreicht – und bald keine Freude mehr an dem, was man tut.»

Die stete Suche nach neuen Herausforderungen scheint zum Nomadenleben und zur Rastlosigkeit des Eklektikers zu passen. Sogar seine Finger sind ständig in Bewegung – zu einer Musik, die nur in einem Kopfspielt. Maxim Vengerov hat nicht nur keinen festen Wohnsitz. Sein ganzes Leben bis 2008 ist auf drei A4-Seiten zusammengefasst, der etwas handlicheren Version seiner grossen Weltkarte. Die Fixpunkte in seinem Zigeunerleben bilden die engen Familienbande und seine engagierte Arbeit mit jungen Menschen.

Seit vier Jahren unterrichtet er an der Musikhochschule des Saarlandes in Deutschland. «Der Unterricht geht über die Musik hinaus, manchmal schliesst er auch philosophische oder gar psychologische Aspekte ein. Diese Vielfalt ist sehr befriedigend. In gewissen Lektionen geht es nicht primär um die Musik, sondern um die Person, die vor mir steht.»

«Ich empfinde es als grosses Glück, dass mich bereits in jungen Jahren so viele Menschen unterstützten, allen voran meine Eltern und Grosseltern. Meine Mutter war als Chorleiterin an einer lokalen Schule, wo sie mit 500 Kindern zusammenarbeitete, sehr beschäftigt. Dennoch nahm sie sich nach einem anstrengenden Tag jeweils Zeit, um mit mir zu üben. So konnte ich meine Fähigkeiten voll entfalten. Ich war stets von Menschen umgeben, die mich prägten und meine Begabung förderten. Dies waren zunächst meine Lehrer, später renommierte Dirigenten wie Daniel Barenboim und Slava Rostropowitsch, den ich als meinen musikalischen Vater bezeichnen würde. Schliesslich gelangte ich an einen Punkt, an dem ich mein Wissen weitergeben wollte. Im Alter von 26 Jahren begann ich zu unterrichten – mein erster Student war 27.» newLine/>
«Hätte ich die Möglichkeit und die notwendigen Mittel, würde ich Musik an jeder Schule als Unterrichtsfach einführen. Jedes Kind saugt Musik auf wie ein Schwamm. Wenn es sich langweilt, treibt es sich auf der Strasse herum. Das habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie hat die Kinder von der Strasse geholt und sie in Musik unterrichtet.»

Derzeit tourt Maxim Vengerov mit dem UBS Verbier Festival Orchestra unter der Leitung von Charles Dutoit durch Asien. Das Orchester besteht aus jungen Musikern zwischen 17 und 29 Jahren aus mehr als 30 Ländern. Mit einem jungen Orchester auf Tournee zu gehen und zu spielen, ist selbst für Profis ein einzigartiges Erlebnis. Die Auftritte sprühen vor Energie, und selbst das Reisen wird wieder zu einem Abenteuer, denn auf einem Flug kommt es durchaus auch mal zu einer Kissenschlacht.

Musikalische Menschlichkeit

«Als ich das erste Mal vom neuen Orchester hörte, fand ich die Idee brillant. Für junge Musiker gibt es nichts Besseres. Sie kommen nach Verbier, werden von all diesen Profis instruiert und spielen unter den renommiertesten Dirigenten wie Levine, Dutoit und Gergiev, um nur wenige zu nennen. Und dann folgt die Tournee. Was kann man sich als junger Mensch mehr wünschen? Man eignet sich all dieses Wissen an und entwickelt sich zu einem exzellenten Berufsmusiker. Abgesehen davon ist es eine unvergessliche Erfahrung. Dieses Projekt ist sehr fundiert.»

Eines der jungen Orchestermitglieder, eine Violinistin, ist in Nowosibirsk aufgewachsen. Sie erzählt: «Maxim war unser grosses Vorbild ... und der Grund, weshalb sich so viele von uns für die Violine entschieden haben. Mit ihm zu spielen, ist wie ein Traum, der wahr wird. Einfach unvergesslich.»

Von Benjamin Britten stammt das bekannte Zitat: «It is cruel, you know, that music should be so beautiful.» («Die Schönheit der Musik ist eine Qual.»). Als ultimative Interpretation von Brittens Violinkonzert gilt nach weit verbreiteter Ansicht jene von Maxim Vengerov, der das Werk gemeinsam mit Slava Rostropowitsch aufnahm, seinem Mentor und Brittens engem Freund. Trotz seiner unvergleichlichen Fähigkeit, die Schwermut der Musik zum Ausdruck zu bringen, strahlt Maxim Vengerov mit einem enormen Optimismus auch die Kraft und Bedeutung ihrer Schönheit aus. «Musik ist das wirksamste Mittel zur Förderung von Menschlichkeit.»

Unsere Partnerschaften

Unsere Partnerschaften sollen die Werte vermitteln, an die wir glauben und für die wir stehen. Die Hauptachsen beim Sponsoring stehen im Einklang mit dem, wofür sich unsere Kunden begeistern. Global gesehen konzentrieren sich unsere grössten Engagements derzeit auf Alinghi, das Siegerteam des America’s Cup, den Golfsport und klassische Musik.

DasAlinghi-Sponsoring umfasst sämtliche Aspekte des Teams, einschliesslich seiner Vorbereitung auf die Titelverteidigung am America's Cup 2007, während Golf die Partnerschaften mit Top-Turnieren wie THE PLAYERS Championship und dem Evian Masters beinhaltet und Begegnungen zwischen Kunden und Spielern ermöglicht.

Im Bereich klassische Musik unterhalten wir Partnerschaften mit mehreren führenden Ensembles wie dem Boston Symphony Orchestra und dem London Symphony Orchestra.

Wir sind bald fünf Jahren Sponsoring-Partner und zugleich Mitbegründer des UBS Verbier Festival Orchestra, das sich international einen ausgezeichneten Ruf für seine Qualität, Lebendigkeit und Spielfreude erworben hat. Dem Ensemble gehören mehr als 100 Musiker zwischen 17 und 29 Jahren aus rund 35 Ländern an. Dirigent des Orchesters ist James Levine, der ebenfalls künstlerischer Leiter der Metropolitan Opera in New York und musikalischer Leiter des Boston Symphony Orchestra ist. Das Orchester ist das Ensemble des Verbier Festival & Academy und startet jeweils im Herbst zu einer internationalen Tournee. Betreut wird es von der Fondation de l’Orchestre de Verbier, die mit der Unterstützung von Nachwuchstalenten kulturelle, künstlerische und musikalische Höchstleistungen fördern will. Maxim Vengerov ist mehrfach mit dem Orchester aufgetreten.

UBS blickt auf ein langjähriges Engagement in zeitgenössischer Kunst zurück. Die UBS Art Collection konzentriert sich auf Werke in Museumsqualität, welche die wichtigsten Strömungen zeitgenössischer Kunst in Europa und Amerika aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts repräsentieren.

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